Welche Rolle Carbon Credits im aktualisierten Corporate Net-Zero Standard (Version 2.0) der SBTi spielen
Nach umfassenden Konsultationen hat die Science Based Targets initiative (SBTi) ihren Corporate Net-Zero Standard überarbeitet. Der Standard legt fest, wie Unternehmen wissenschaftsbasierte Netto-Null-Ziele festlegen und umsetzen.
Eine wichtige Neuerung betrifft den Umgang mit Emissionen, die auf dem Weg zu Netto-Null derzeit nicht vermieden werden können. Für diese laufenden Emissionen gibt es nun klare Vorgaben.
Anerkennungsmechanismus für laufende Emissionen
Mit dem neuen Ongoing Emissions Responsibility (OER) Rahmenwerk schafft die SBTi erstmals einen formalen Mechanismus, der Unternehmen anerkennt, die Verantwortung für ihre laufenden Emissionen übernehmen. Dies kann durch hochwertige Carbon Credits oder durch die Finanzierung sonstiger Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen erfolgen.
Die Anerkennung erfolgt in drei Stufen – Engaged, Advanced und Leadership. Mit jeder Stufe steigen sowohl der Umfang der einbezogenen Emissionen als auch die erwarteten Beiträge.
Wichtig ist: OER ergänzt lediglich Emissionsminderungen innerhalb der Wertschöpfung, ersetzt diese aber nicht. Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass Unternehmen ihre validierten Klimaziele weiterhin einhalten.
Ab 2035: Verpflichtender Einsatz von Carbon Removals
Ab 2035 müssen größere Unternehmen mit SBTi-Zielen einen definierten Anteil ihrer laufenden Emissionen durch Carbon Removals adressieren. Darunter fallen Maßnahmen, die CO₂ aktiv aus der Atmosphäre entfernen und dauerhaft speichern. Der verpflichtende Mindestanteil beginnt 2035 bei 1 % und steigt bis zum Netto-Null-Zieljahr schrittweise auf 100 % der laufenden Scope 1 bis Scope 3 Emissionen. Gleichzeitig soll der Anteil dauerhafter, technologiebasierter Entnahmelösungen zunehmen.
Neutralisierung von Restemissionen zum Netto-Null Zeitpunkt
Zum Netto-Null Zeitpunkt müssen, wie bereits in der bisher gültigen Version des Standards, alle verbleibenden Restemissionen neutralisiert werden. Die Neutralisierung hat durch Unterstützung von verifizierten CO₂-Entnahmeprojekten zu erfolgen und muss innerhalb desselben Berichtszeitraums nachgewiesen werden.
Fazit
Die Überarbeitung des SBTi Net-Zero Standards zeigt klar: Carbon Credits, insbesondere jene aus CO₂-Entnahmeprojekten, gewinnen deutlich an Bedeutung in wissenschaftsbasierten Netto-Null-Strategien.
Bis 2035 bleiben die Maßnahmen noch freiwillig. Danach werden sie für bestimmte Unternehmen schrittweise verpflichtend. Wer sich schon heute vorbereitet, kann besser auf steigende Nachfrage, mögliche Engpässe und höhere Preise reagieren. Climate Austria unterstützt Unternehmen dabei, passende und hochwertige Carbon Credits in Ihre langfristige Klimastrategie einzubinden.
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