Projekte

Climate Austria sammelt Ihre Beiträge und unterstützt damit qualitativ hochwertige österreichische und internationale Klimaschutzprojekte. Sämtliche Projekte werden nach strengen Standards ausgewählt. Climate Austria stellt sicher, dass Ihre Gelder ausschließlich in Klimaschutzprojekte fließen, die zur Vermeidung von Emissionen beitragen. Wir legen dabei großen Wert auf die Auswahl von Klimaschutzprojekten, die zusätzlich zur Einsparung von Emissionen weitere positive ökologische und sozioökonomische Nebeneffekte aufweisen.

Climate Austria stellt für die CO2-Kompensation ein spezielles Portfolio an österreichischen und internationalen Klimaschutzprojekten zusammen, wobei die Priorität in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieträgerwechsel von nicht erneuerbaren auf erneuerbare Energiequellen liegt.

Nationale Projekte

Climate Austria unterstützt durch Ihren Beitrag innovative Klimaschutzprojekte in Österreich.
Im Folgenden sind einige Projekte beispielhaft dargestellt:

Sportunion Waldneukirchen

Die Sportunion Waldneukirchen wurde bereits 1970 gegründet. Seit Vereinsgründung werden umfangreiche Förderungsmaßnahmen für den sportlichen Nachwuchs getroffen. Die intensive Nutzung des Vereinsgebäudes durch die zunehmende Anzahl der Sportbegeisterten hat zu einem erhöhten Warmwasserverbrauch und damit einer Steigerung der Energiekosten für den Verein geführt. Die Errichtung einer von Climate Austria unterstützten thermischen Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung mit einer Kollektorfläche von ca. 25 m² trägt zur Senkung der Energiekosten und Verbesserung der Umweltsituation bei. Durch das Projekt können jährlich etwa 1.400 Liter Heizöl eingespart und über die Nutzungsdauer von 20 Jahren dadurch 99 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

Kleinwasserkraftwerk zur Versorgung der Gollinghütte

Die Gollinghütte der Alpinen Gesellschaft Preintaler (1.643 m) ist ein wichtiger Stützpunkt am Höhenweg Niedere Tauern und weist im Durchschnitt jährlich 2.700 Nächtigungen auf. Zur umweltfreundlichen Stromversorgung der Hütte wurde 2014 mit Hilfe von Climate Austria am Steinriesenbach ein Wasserkraftwerk errichtet, das eine jährliche Einsparung von 21,26 Tonnen CO2 erzielt. Das Kraftwerk hat eine Fallhöhe von 150 m und eine Leistung von 11 kW. Es versorgt die Hüttenseilbahn, die Umwälzpumpe der vollbiologischen Kläranlage, die Warmwassererzeugung sowie die Beleuchtung, die Kühlschränke und die Küchengeräte. Die Hütte liegt am Naturschutzgebiet Klafferkessel, sodas eine nachhaltige, umweltfreundliche Bewirtschaftung besonders bedeutsam ist. Durch die Maßnahme können über die Nutzungsdauer von 15 Jahren 319 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

Nachhaltige Energieversorgung des Naturfreundehauses Knofeleben

Die Naturfreunde Wien Tourismus- und Freizeitanlagenbetriebs GmbH hat im Jahr 2014 in Reichenau an der Rax auf 1.250 m Seehöhe das Naturfreundehaus Knofeleben errichtet. Strom wird über die hauseigene Photovoltaikanlage erzeugt. Zur Beheizung wurde das Gebäude mit einer Holzheizung (Stückgut) ausgestattet, die über Climate Austria unterstützt wurde. Damit wird eine Fläche von 370 m² beheizt. Im Vergleich mit einer Ölheizung werden damit jährlich ca. 5.800 Liter Heizöl eingespart. Auf eine Nutzungsdauer von 20 Jahren gesehen können dadurch 403 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden.

Internationale Projekte

Climate Austria unterstützt durch Ihren Beitrag internationale Klimaschutzprojekte, die einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Gastland leisten. Dieser liegt bei Klimaschutzprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern insbesondere in einem Transfer von umweltfreundlicher Technologie, der Schaffung von Arbeitsplätzen für die lokale Bevölkerung und der Verringerung von Umweltverschmutzung.

Im Folgenden sind einige ausgewählte Projekte beispielhaft dargestellt:

Cooking Stove – CO2-effizient Kochen

Das Projekt „CO2-effizient Kochen mit Cook Stoves“ wird in der Umgebung von Kisumu, der drittgrößten Stadt Kenias, umgesetzt. Die Energiesparöfen werden in Dörfern für Familien in der Gegend gebaut. Die Öfen führen zu einer Verringerung der CO2-Emissionen um mehr als 50% gegenüber herkömmlichem offenem Feuer und reduzieren damit auch die gesundheitsschädliche Rauchbelastung in den Häusern. Der reduzierte Bedarf an Feuerholz und die damit vermiedene Abholzung führen zu einer jährlichen CO2-Einsparung je Kochstelle von drei Tonnen CO2- Emissionen.

Waldschutz – The Mai Ndombe Projekt REDD+, Demokratische Republik Kongo

Dieses Regenwaldschutzprojekt, welches an der Westküste der Demokratischen Republik Kongo eingerichtet wurde, zielt darauf ab, nachhaltige Lebensbedingungen für die verarmte Bevölkerung zu schaffen. In einer Region, die stark unter Abholzung und Armut leidet, werden die Entwaldung und die Waldschädigung durch eine Reihe von Aktivitäten, wie etwa die Einführung einer nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft, verringert. Überdies werden Gesundheitszentren, Schulen und von Familien betriebene Mikro-Unternehmen unterstützt. Besondere Schutzmaßnahmen für bedrohte und gefährdete Tierarten wie Schimpansen und Waldelefanten wurden getroffen. Das Projekt wurde nach den REDD+ Empfehlungen der Vereinten Nationen umgesetzt und mit dem Verified Carbon Standard (VCS) und dem Climate, Community and Biodiversity Standard (CCBS Gold Level) verifiziert.

Projektstandards

Standards für österreichische Projekte

Bei der Bewertung der österreichischen Klimaschutzprojekte kommen sowohl bei der Projektbeurteilung als auch beim Monitoring jene Kriterien zur Anwendung, die dem Standard der Umweltförderung im Inland des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) entsprechen. Die Prüfung und Beurteilung der Projekte erfolgt analog den Bestimmungen der Umweltförderung im Inland, die im Umweltförderungsgesetz, den Richtlinien für die Umweltförderung im Inland sowie den Informationsblättern festgehalten sind (www.umweltfoerderung.at/detailinfo)

Die Unterstützung von österreichischen Klimaschutzprojekten durch Climate Austria setzt dabei zusätzlich zu den oben dargestellten allgemeinen Projektstandards voraus, dass

  • das Ausmaß der Reduktion eindeutig und nachvollziehbar dem Projekt zugerechnet werden kann,
  • die Unterstützung durch Climate Austria der entscheidende Anreiz zur Umsetzung des Projektes ist und
  • der Zeitraum, in dem Emissionsreduktionen durch das Projekt erzielt werden, klar definiert ist. 

Der Zeitraum für die Berechnung der reduzierten bzw. vermiedenen Treibhausgasemissionen richtet sich nach der technischen Nutzungsdauer der jeweiligen Projektmaßnahme. Unter Climate Austria auszugleichende CO2-Emissionen werden mit Emissionsreduktionen aus Projekten kompensiert, die möglichst zeitnah umgesetzt werden. Im Gegensatz zum internationalen Projektportfolio werden keine „handelbaren“ Emissionsreduktionseinheiten generiert.

Die Auszahlung der Beiträge erfolgt jeweils nach Umsetzung des Projektes. Damit wird sichergestellt, dass das Projekt tatsächlich realisiert wurde und somit kein finanzielles Projektrisiko eingegangen wird. Der Projekteigentümer ist verpflichtet, das Projekt nachhaltig zu betreiben. Die österreichischen Projekte, die zur Kompensation im Rahmen von Climate Austria verwendet werden, werden ausschließlich durch Climate Austria unterstützt. Die KPC stellt sicher, dass die durch diese Projekte reduzierten bzw. vermiedenen Tonnen an Treibhausgasen für die CO2-Kompensation verwendet werden. Die finanziellen Förderungsbedingungen entsprechen jenen der Umweltförderung im Inland. So wird unter anderem sichergestellt, dass keine Konkurrenz zwischen staatlichen und privaten Unterstützungsinstrumenten besteht und die freiwilligen Beiträge unter Climate Austria staatliche Budgets nicht verdrängen, sondern ergänzen.

Standards für internationale Projekte

Climate Austria unterstützt Klimaschutzprojekte nach verschiedenen international anerkannten Standards.

Gold Standard:
Der weltweit strengste Zertifizierungsstandard ist der Gold Standard. Aufbauend auf dem CDM-Standard müssen zahlreiche weitere Kriterien erfüllt werden, die eine nachhaltige Entwicklung in den Ländern sicherstellen sollen, in denen die Projekte realisiert werden. Der Gold Standard zertifiziert Klimaschutzprojekte, die zu handelbaren Emissionsreduktionen führen wie CERs aus CDM-Projekten, als auch GS VCS aus dem freiwilligen Markt. 

Verified Carbon Standard:
Der Verified Carbon Standard (VCS) ist ein international anerkannter Standard, der u. A. von der International Emissions Trading Association (IETA) und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) ins Leben gerufen worden ist. Mit zunehmender Transparenz der Projetprüfung und der engeren Zusammenarbeit mit Gold Standard gewinnt dieser Standard im freiwilligen Carbonmarkt zunehmen an Bedeutung.

REDD+ (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) - Regenwaldschutz in Entwicklungsländern
Der Standard zur Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung in Entwicklungsländern ist ein 2007 bei der UN-Klimakonferenz auf Bali eingeführtes Klimaschutzinstrument, das die Erhaltung großflächiger Wälder als Kohlenstoffspeicher finanziell attraktiv macht. Zusätzlich können REDD+ Projekte mit dem Climate, Community and Biodiversity Standard (CCBS) verifiziert werden. 

Zertifikate aus CDM:
Für Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern besteht unter dem Kyoto-Protokoll der international anerkannte Standard, der Clean Development Mechanism (CDM). Klimaschutzprojekte durchlaufen dabei eine Vielzahl an Prüfschritten unter Einbindung akkreditierter Prüfinstitutionen seitens der Klimarahmenkonvention der UNO (United Framework Convention on Climate Change – UNFCCC). Die Letztentscheidung auf Anerkennung eines Klimaschutzprojektes als CDM-Projekt liegt dabei bei einem eigens dafür eingerichteten Gremium der Klimarahmenkonvention mit Sitz in Bonn, dem sogenannten Executive Board. Bei sämtlichen von uns vorgeschlagenen CDM- Projekte haben wir bei der Auswahl zusätzliche Qualitätsprüfungskriterien angelegt, welche den Standard von üblichen CDM-Projekten deutlich übertreffen.

Bei allen vier genannten Standards prüfen unabhängige Institutionen Nutzen und Qualität der Projekte und zertifizieren diese.

Zulässige Projektkategorien:

  1. Errichtung (oder Retrofitting) von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
  2. Energieträgerwechsel in Energieerzeugungsanlagen und Produktionsanlagen auf erneuerbare Energieträger oder von Energieträgern mit hohem Kohlenstoffgehalt auf Energieträger mit niedrigerem Kohlenstoffgehalt, insbesondere bei bestehenden Fernwärmeanlagen 
  3. Errichtung (oder Retrofitting) von Stromerzeugungsanlagen, die mit erneuerbaren Energieträgern betrieben werden (insbesondere Windkraftanlagen, Biogas- oder Biomasse-KWK, Wasserkraftwerke und Photovoltaikanlagen).
  4. Projekte, deren Zweck die Vermeidung oder (energetische) Verwertung von Deponiegas ist.
  5. Abfallwirtschaftliche Maßnahmen, die insbesondere durch energetische Verwertung von Abfällen zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen, möglichst unter Mitberücksichtigung der Abwärmenutzung, beitragen. 
  6. Projekte, die der Senkung des Endenergieverbrauchs in Wohngebäuden, öffentlichen und privaten Dienstleistungsgebäuden sowie in industriellen Anwendungen und Prozessen (einschließlich Abwärmepotenziale) Dienen. Wie beispielsweise LED-Umstellungen und effiziente Herde „Cooking Stoves“.

Die Auszahlung freiwilliger Beiträge erfolgt jeweils nach Lieferung der VCS oder CERs. Es wird mit den freiwilligen Beiträgen kein finanzielles Projektrisiko eingegangen. Die Lieferung der VCS oder CERs erfolgt auf die die Konten der KPC, die ausschließlich dem Empfang von Lieferungen für die Zwecke von Climate Austria gewidmet sind.

Es wird sichergestellt, dass gelieferte Emissionsreduktionen ausschließlich einmal für den mit dem Kunden vereinbarten Zweck der CO2-Kompensation verwendet werden. Gelieferte Emissionsreduktionen werden dazu in geeigneter Form dokumentiert, entwertet und so dem Handel bzw. jeglicher weiteren Verwendung entzogen.